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Verschlusssache - die ideale Belichtungszeit

Beim Bogensport
Belichtungszeit 1/2000 Sekunde lässt sowohl den Pfeil als auch den Flug erkennen

 

Die Belichtungszeit hat gr0ßen Einfluss darauf, ob ein Foto zu hell, zu dunkel oder genau richtig erscheint. Es gibt aber Abhängigkeiten, so dass man nicht einfach immer mit seiner „Lieblings-Belichtungszeit“ arbeiten kann. Ein Vergleich soll das erklären: wenn ich ein Glas mit Wasser füllen möchte, kann ich viel auf einmal einfüllen und brauche nur wenig Zeit. Wenn ich aber sehr vorsichtig schütte, brauche ich entsprechend mehr Zeit. So ist der Sensor in unserer Kamera bei offener Blende schneller richtig belichtet als bei geschlossener Blende.

Es gibt natürlich keine allgemein gültige Regel, welche Kombination von Belichtungszeit und Blende für die jeweilige Situation passt. Im Sport erweist sich oftmals eine kurze Belichtung als ideal, weil der Betrachter so einen genaueren Einblick in den typischen Bewegungsablauf erhält. So wird die schnelle Bewegung praktisch für einen Moment "eingefroren". Wenn ich aber besonderen Wert auf die dynamische Bewegung lege und den Ablauf insgesamt in einem Bild darstellen möchte, dann wähle ich eine entsprechend längere Belichtungszeit. Dabei muss man sich an die beste Verschlusszeit herantasten. Als Anfangswert stellt 1/15 Sekunde einen guten Wert dar. Ich stelle also die Belichtungszeit ein, die mir geeignet scheint, und der Apparat wählt dazu die passende Blende aus, damit das Bild richtig belichtet ist, wenn ich mit Blendenautomatik arbeite. Diese wird mit „S“ bezeichnet. Das kommt natürlich wieder aus dem Englischen. Weil ich die gewünschte Zeit einstelle, hat diese für die Kamera Priorität. Im Englischen heißt das dann „Shutter Priority“, abgekürzt „S“, und das zeigt an, wir lange der Verschluss den Sensor für das einfallende Licht freigibt.

 

Gerade bei statischen Motiven ist es angebracht, das Bild mit Hilfe der Blende zu komponieren und der Kamera die Arbeit zu überlassen, die richtige Belichtungszeit einzustellen. Das passt aber nicht immer. Wenn die Belichtungszeit so lang wird, dass das Ergebnis verwackelt ist (weil ich die Kamera nicht so lange ruhig halten kann), dann muss ich eingreifen.

 

Eifeldom. Schwache Beleuchtung, aber dank moderner Kameratechnik eine gute Bildqualität!
ISO 1250 ermöglichte hier eine kurze Belichtungszeit von 1/500 Sekunde bei Offemblende f 1,8. Das Objektiv verfügt über keinen Bildstabilisator.

Es gibt eine Faustformel für die Belichtungszeit in Abhängigkeit von der Brennweite. Die Zeit sollte nicht länger sein als der reziproke Wert der Brennweite in mm. Beispiel: für ein 200 mm Teleobjektiv wählt man eine Zeit von 1/200 Sekunde oder kürzer. Die Faustregel gilt für Objektive ohne Bildstabilisator. Mit Stabi darf die Zeit je nach Objektiv auch schon mal 8x so lang sein. Bei diesen Überlegungen darf man aber nicht vergessen, dass Objekte, die sich selber bewegen, wiederum für eine „Bewegungsunschärfe“ sorgen.

Wenn unter Berücksichtigung von Blende und Belichtungszeit kein passendes Ergebnis gefunden werden kann, muss an der Empfindlichkeit „gedreht“ werden. Darauf werde ich an anderer Stelle eingehen.

 

 

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